1753: Josiah Hornblower nimmt die erste Dampfmaschine Amerikas in Betrieb

Josiah Hornblower (1729-1809) kam aus einer Familie, in der die neue Technik eine große Rolle gespielt haben muß: Vater Joseph soll schon eine Newcomen-Maschine errichtet haben. Der Bruder Jonathan war ebenfalls mit Newcomen-Maschinen befaßt. Sein Neffe Jonathan bekam 1781 ein Patent auf eine Compound-Maschine, ein weitere Neffer Jabez Carter baute ebenfalls eigene Maschinen. Vermutlich litt die gesamte Familie unter dem Patent Boulton + Watts. Susan Howard schreibt, daß Jabez Carter einen Prozeß gegen Boulton + Watt verlor und von 1803-1805 im Gefängnis war 1.

Josiah’s Reise und die Aufstellung der vermutlich von Vater Joseph hergestellten Maschine ist erstaunlich gut dokumentiert. Ich folge William Nelson 2.

Die Familie Schuyler betrieb in New Jersey eine Kupfermine, die um 1748 eine Tiefe erreicht hatte, in der die Wasserhaltung zum Problem wurde. John Schuyler bestellte eine Maschine bei Joseph Hornblower. Die Abmachung sah vor, die Maschinenteile zu liefern, mit kundigen Handwerkern ein Maschinenhaus zu errichten und alles zu montieren. Joseph Hornblower schickte seinen Sohn Josiah. Nach dreimonatiger (!) Überfahrt kam Josiah mit den Maschinenteilen in New York an. Anfang 1755 konnte die Maschine wohl in Betrieb genommen werden. Geheizt wurde mit Buche.

Josiah blieb in New Jersey, heiratete noch im gleichen Jahr und war in seiner Wahlheimat sehr erfolgreich.

Um 1794 begann man in direkter Nachbarschaft Josiah’s eine Gießerei und eine Werkstatt zu errichten, die man Soho nannte. Ein Smallwood, der für Boulton & Watt gearbeitet und eine ihrer Maschinen für ein Wasserwerk in Philadelphia montiert hatte, John Hewitt, ein englischer Formenbauer und ein deutscher Gießer namens Rohde sollen lt. Nelson dort im Auftrag der Direktoren der New Jersey Copper Mine Association eine Schiffsmaschine gebaut haben. Eine Erprobung soll im Herbst 1798 stattgefunden haben 3.

Natürlich legt Nelson Wert auf die Feststellung, daß dies neun Jahre vor der Fahrt Robert Fultons mit der Clermont stattgefunden habe.

Es gibt sogar eine weitere Quelle, die u.a. die Arbeit an einer Schiffsmaschine bestätigt. 1876 hat der Sohn des Begründers der “Fairmount Water Works” (das sind die Wasserwerke der Stadt Philadelphia) Frederick Graff einige Notizen verfasst. Dort wiederum findet sich der Bericht eines T.P. Cope. Dieser berichtet von einem Besuch bei den Soho Works im Juli 1800 und schreibt u.a.: “… is a shop with a water-wheel 30 feet diameter for boring large cylinders; this is now boring a small cylinder for a steamboat …” 4.

Stand: 19.7.2016