1765: James Watt erfindet den getrennten Kondensator

Rund 50 Jahre zuvor hatte Thomas Newcomen seine erste Maschine gebaut (1712). Wesentliches Charakteristikum dabei war das Einspritzen von Wasser in den dampfgefüllten Zylinder. Diese Maschinen waren trotz ihres geringen Wirkungsgrades durchaus zahlreich errichtet worden. Sie lösten das Problem vieler Gruben, das es mit ihnen gelang Grubenwasser abzupumpen, wo alle anderen Mittel versagten. Die Maschinen waren sehr einfach in ihrem Aufbau und wurden meist unter Anleitung eines “Engineers” von lokalen Handwerkern errichtet.

Watt arbeitete als Mechaniker für die Universität von Glasgow und hatte den Auftrag erhalten, ein Modell einer Newcomen-Maschine, welches nicht richtig funktionierte, zu verbessern. Er erkannte, daß die Kondensation im Zylinder ein wesentlicher Grund für das schlechte Funktionieren des Modells war.

Watt’s Idee war nun, den Zylinder so heiß als irgendmöglich zu halten und den Dampf in Rohre zu leiten, die in Wasser gekühlt wurden. Er probierte diese Idee in einem Versuchsaufbau aus 1. Ein Modell dieses Aufbaus stelle ich hier vor.

Der getrennte Kondensator, aus heutiger Sicht eine so naheliegende Idee, gehört zu den großen Erfindungen der Technikgeschichte und so ist es gar nicht verwunderlich, dass immer mal wieder die Erfindung der Dampfmaschine fälscherweise James Watt zugeschrieben wurde.

Von Watt’s erstem Versuchsaufbau bis zur Umsetzung in einer experimentellen Maschine vergingen schon 4 Jahre [vergl. 1769 Kineill]. Es vergingen noch einmal 5 Jahre, bis wichtige Elemente für eine selbsttätig arbeitende Maschine entwickelt waren [1774 Soho]. Die erste Maschine für einen Kunden wurde 1776 gebaut [vergl. 1776 Bloomfield].

Stand: 19.7.2016