1786: Die Albion Mühle (Albion Mills) geht in Betrieb - eine dampfbetriebene Getreidemühle

Um 1783 begann Matthew Boulton, Investoren und Partner für den Bau einer großen, dampfbetriebenen Getreidemühle in der Nähe Londons zu suchen. Die Planungen hatten schon vor Baubeginn zu erbittertem Widerstand anderer Müller geführt. Aber ihre Proteste blieben ohne Erfolg, der Bau wurde genehmigt. 1786 ging die Mühle mit zunächst einer Watt’schen Maschine in Betrieb, 1789 kam noch eine weitere hinzu 1.

Boulton war wohl in besonderem Maße in das Projekt involviert. Dickinson schreibt:

… the affairs of the Albion Mills were a source of considerable anxiety to him; he lived within the walls of the mill from ten in the morning till ten at night.

… die Angelegenheiten der Albion Mühle waren für ihn eine Quelle beträchtlicher Besorgnis; er hielt sich von 10 Uhr morgens bis 10 Uhr abends auf dem Gelände der Mühle auf.

Zwar wies die Dampfmaschine keine besonderen Neuerungen auf, es gab aber ein ganze Reihe von Defekten, insbesondere am Planetengetriebe und an der Kolbenbefestigung.

Die weit über das bis dahin übliche hinaus gehende Größe und Leistungsfähigkeit der Albion Mühle machte die Anlage zu einem Ziel für viele, teils prominente Besucher. Als dann der gesamte Komplex im März 1791 bei einem Brand völlig zerstört wurde, gab es sofort das Gerücht der Brandstiftung.

Sowohl für Boulton als auch für Watt (auch er hatte sich finanziell beteiligt) ging der Verlust wohl einigermaßen glimpflich aus - es gab eine Versicherung 2.

Vor allem aber war klar geworden, dass eine solche Großmühle sinnvoll sein konnte: Boulton & Watt lieferten bis 1800 11 entsprechende Maschinen.

Stand: 25.7.2016