1801: Daniel Peres findet die Zusammensetzung der “englischen Politur”

Daniel Peres war ein Solinger Kaufmann, dem es gelang, mit Hilfe einer Politur die Oberfläche seiner Erzeugnisse (u.a. Scheren) zu verbessern und gleichzeitig einen besseren Rostschutz zu erreichen, siehe Wolfgang Eduard Peres in 1, dessen Darstellung ich hier folge.

Eine solche Politur war bis dahin nur in England bekannt. Diese “englische Politur” hatte dazu geführt, dass die Kunden diese Produkte vorzogen. Sogar der preussische Staat hatte darauf schon reagiert und 1783 einen jungen Beamten nach England entsandt. Aber der Versuch der Industriespionage hatte in diesem Fall letztlich keinen Erfolg.

Peres muß viele Stoffe probiert haben. Sein Biograph nennt Arsenik, Quecksilber, Bleiweißasche und Zinnasche. Letztlich war Peres 1801 mit einer Mischung aus Eisenoxyd und Branntwein erfolgreich (ursprünglich hatte Robert Hinchliffe die Politur um 1760 in Sheffield gefunden). Die entstehende Oberfläche hatte einen matten, anthrazitfarbenen Glanz und wurde daher auch “schwarze Politur” genannt. Im gleichen Jahr ließ Peres eine Polier-Mühle errichten, der er den Namen “Birmingham” gab - ein weiteres Beispiel eines speziellen Humors, wie ihn schon Gottfried Brügelmann hatte, der seine Textilfabrik “Cromford” genannt hatte [vergl. 1769 Waterframe].

Peres versuchte zwar, sein Rezept geheim zu halten. Dies gelang aber nur kurz. Ein Mitarbeiter verriet das Firmengeheimnis an die Konkurrenz. Diese hatte schon vorher versucht, die Rezeptur zu gewinnen, indem sie fabrikneue Peres-Scheren vom Apotheker bzgl. der Rückstände des Poliermittels analysieren ließ.

So war die “englische Politur” ab 1804 Allgemeingut. Peres war dennoch erfolgreich, durch seine Versuche aber schon früh erkrankt. Die letzten 15 Jahre seines Lebens verließ er das Haus nicht mehr.

Auch heute noch werden in Solingen Scheren mit dem Warenzeichen “Fass” angeboten, welches Daniel Peres hatte eintragen lassen 2.

Stand: 29.8.2016