1844: Egide Walschaerts erhält ein Patent auf eine Lokomotiv-Kulissensteuerung

Walschaerts arbeitete als Meister in einer Werkstatt der belgischen Staatseisenbahn. Die von ihm gefundene Kulissensteuerung wurde in Belgien und in Frankreich patentiert. Anstatt mehrerer Exzenter [vergl. 1842 Stephenson-Steuerung] ist bei ihr an der Treibachse eine zum Kurbelzapfen versetzte Gegenkurbel angebracht 1.

Bei gleicher Funktionalität wie die Stephenson-Steuerung wies die Walschaerts-Steuerung einige konstruktive Vorteile auf, die dazu führten, dass sie letztlich die bei Lokomotiven dominierende Steuerung wurde. Lt. 2 zählen dazu u.a.:

  • Wartbarkeit - Die einzelnen Teile sind viel besser zugänglich, z.B. für die Reinigung und das Ölen.

  • Gewicht - Die Steuerung wiegt deutlich weniger als die Stephenson’s.

  • Verschleiß - Es gibt keine Exzenter mit ihren großen Oberflächen und hohen Umlaufgeschwindigkeiten.

  • Sanfter Betrieb - Durch kleinere Auslenkungen ergibt sich ein besseres Verhalten im Betrieb.

  • Konstante Voreilung

Im deutschsprachigen Raum hieß die Walschaerts-Steuerung Heusinger-Steuerung. Edmund Heusinger von Waldegg hatte 1849 in scheinbarer Unkenntnis von Walschaerts eine allenfalls in Details abweichende Variante erfunden, die dann als Heusinger-Steuerung bekannt wurde. Matschoss schreibt sogar, dass Heusinger Walschaerts zunächst für einen Plagiator hielt, bis auch ihm klar wurde, dass Walschaerts schon fünf Jahre zuvor sein Patent erhalten hatte 3.

1844: William Fairbairn erhält ein Patent auf den Lancashire Boiler

Statt eines Flammrohrs wie beim Cornish Boiler enthält der Lancashire Boiler zwei nebeneinander liegende Flammrohre.

William Fairbairn’s Patentanspruch war eigentlich eher der, mit den beiden Fallrohren auch zwei Feuerungen zu erhalten, die man alternativ heizen könnte, um weniger Rauch zu erzeugen 4.

Stand: 18.10.2016