1918: Deutsche Industrie Norm Nummer 1 Kegelstifte erscheint

Am 01/03/1918 erschien die DIN 1 1. Es wurden Maße und Werkstoffe für ungehärtete Kegelstifte festgelegt. Die Kegelsteigung betrug 1:50.

Im ersten Weltkrieg wurde deutlich, dass ohne Normen, vor allem im Maschinenbau, die Forderungen der Streitkräfte nicht zu erfüllen waren. Wesentlich dabei war das “Königliche Fabrikationsbüro für Artillerie (Fabo-A)“ in Berlin. Hier begann man mit der Vereinheitlichung von Lafetten für Feldartilleriegeschütze 2.

Im Mai 1917 wurde mit der Gründung des “Normalienauschuß für den Maschinenbau” ein erster formaler Schritt getan. Der Ausschuß wurde einige Monate später in “Normenausschuß der deutschen Industrie”, kurz NADI, umbenannt. Ein wichtiger Motor dafür war Waldemar Hellmich, während des ersten Weltkrieges Verwaltungsdirektor der Artillerie-Werkstatt Spandau-Süd in Berlin. Er wurde 1917 Geschäftsführer des Normenausschusses. Ausserdem war er Direktor des Vereins Deutscher Ingenieure VDI 3.

Ein erstes Arbeitsergebnis war dann die Deutsche Industrie Norm Nummer 1, kurz DIN 1, damals noch DI-Norm 1 (DI für Deutsche Industrie).

So wurde einem denkbar einfachen Bauteil die “Ehre” zuteil, Gegenstand der ersten Norm zu werden. Weitere frühe Normen sind DIN 3 “Normaldurchmesser” (vermutlich 1922), DIN 5 “Zeichnungen · schiefe Parallelprojektion · Axonomische Projektion” (vermutlich 1929), DIN 6 “Zeichnungen · Anordnung der Ansichten und Schnitte” (vermutlich 1922), DIN 7 “Zylinderstifte” (vermutlich 1925) 4.

Mit der DIN 13 von 1923 gab es dann die erste bedeutende und komplexe Norm: Parallel zum zeitgleich genormten Whitworth-Gewinde (DIN 11 und DIN 12) wurde das metrische Gewinde, wie es uns heute vertraut ist genormt und zwar sowohl die Größen, die für den Maschinenbau wichtig waren als auch diejenigen, die in der Feinmechanik Bedeutung hatten. Damit war dann auch das Löwenherz-Gewinde Geschichte [vergl. 1893, Löwenherz].


  1. Normenliste DIN 1 bis DIN 499, Wikipedia. Letzte Änderung war am 4.5.16, abgerufen am 10.7.16

  2. Wölker, 1992, S. 113

  3. Neue deutsche Biographie Bd. 8, S. 485, abgerufen 13/07/16

  4. Die Quellenlage bzgl. der frühen Normen ist problematisch, die in Fußnote 1 angegebene Quelle ist die einzige frei verfügbare Quelle. Der Beuth-Verlag als Tochterunternehmen des DIN vertreibt die DIN-Normen. Er gewährt auch auf zurückgezogene / historische Normen keinen freien Zugriff.