Seit mehreren Jahren befasse ich mich immer wieder mit dem Buch “James Watt and the Steam Engine” der Autoren Dickinson und Jenkins. Dieses Standardwerk aus dem Jahre 1927 enthält eine Fülle an Informationen. Die Autoren haben die Quellen systematisch ausgewertet und so u.a. auch Zeichnungen verfügbar gemacht. Eine der Abbildungen des Buches zeigt die “Portable Rotative Engine, 10 inch Cylinder, for Reynold’s & Co”. Es handelt sich um eine sehr frühe Fördermaschine. Ende 2018 habe ich diese Maschine ausgewählt. Ziel war es, zum 200. Todestag Watt’s im Jahr 2019 ein attraktives Modell zu bauen.

Dickinson spricht von einer “exceptional construction”, einer besonderen Konstruktion. Das ist eher zurückhaltend formuliert, handelt es sich doch um eine Balanciermaschine auf einer fahrbaren Plattform. Im frühen Ruhrkohlebergbau lagen die Schächte zum Teil nur einige hundert Meter entfernt voneinander. Erwies sich ein Schacht als unergiebig, so probierte man es 400 m weiter noch einmal. Ich vermute, dass dies auch in England so geschah und dann konnte man die Maschine vielleicht mittels Ochsen zum neuen Schacht transportieren. Dort wurde dann auch die Windentrommel auf ihrem Gestell fixiert und beide Baugruppen so zueinander ausgerichtet, dass die Zahnräder das gewünschte Spiel hatten. Dickinson schreibt, dass der Kessel ein “festes Gebilde” war. Der Auftraggeber muß sich jedenfalls Vorteile über die übliche “horse whim”, also eine Fördermaschine mit Pferdegöpel versprochen haben, da gleich zwei dieser Maschinen bei Boulton & Watt bestellt wurden.

Die Hauptabmessungen sind z.T. bekannt. Radstand war 10 ft, also ca. 3 m, Zylinder 10 in, Hub 3 ft, also Bohrung ca. 250 mm und Hub 940 mm. Schwungrad 10 ft, also auch ca. 3 m. Das Modell ist im Maßstab 1:15.

Wird fortgesetzt.

Stand 15.8.2019